Ein falscher Schritt auf der Treppe, ein Misstritt beim Joggen oder ein Sturz beim Skifahren: Wer sich das Fussgelenk gebrochen hat, ist plötzlich auf Stöcke angewiesen. Meist ist das obere Sprunggelenk betroffen, genauer einer oder mehrere Knöchel am Ende von Schienbein und Wadenbein. Fachleute sprechen dann von einer Sprunggelenks- oder Knöchelfraktur.
Nach Gips oder Operation sind Beweglichkeit, Kraft und Gleichgewicht deutlich eingeschränkt. Mit gezielter Physiotherapie lernen Sie wieder sicher zu gehen und Ihr Sprunggelenk voll zu belasten. In unserer Praxis in Zürich-Wipkingen begleiten wir Sie von den ersten Schritten an Stöcken bis zur Rückkehr in Alltag und Sport.
Symptome: Bruch oder Verstauchung?
Ein gebrochenes Fussgelenk und eine starke Verstauchung fühlen sich anfangs ähnlich an. Für einen Bruch sprechen:
- Sie können den Fuss kaum oder gar nicht belasten und keine vier Schritte gehen
- starker Druckschmerz direkt auf dem Knöchelknochen
- rasche, deutliche Schwellung und Bluterguss
- sichtbare Fehlstellung des Fusses
Ist nur der Bandapparat betroffen, lesen Sie mehr in unseren Artikeln Sprunggelenkverstauchung und Bänderriss und Verstauchter Fuss. Ob ein Bruch vorliegt, klärt jedoch nur ein Röntgenbild.
Wann sollten Sie zum Arzt?
Können Sie nach einem Unfall nicht auftreten oder hat der Knöchel eine Fehlstellung, gehen Sie sofort zum Arzt oder auf den Notfall. Ein unbehandelter Bruch kann schief verheilen und später zu Arthrose im Sprunggelenk führen.
Melden Sie sich während der Heilung umgehend bei Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn:
- die Wade plötzlich anschwillt, warm wird oder schmerzt (möglicher Hinweis auf eine Thrombose)
- Sie plötzlich Atemnot oder Brustschmerzen haben – dann rufen Sie den Notruf 144
- die Zehen taub, kalt oder blau werden
- die Operationsnarbe gerötet ist, nässt oder Sie Fieber bekommen
Wie lange dauert die Heilung, wenn das Fussgelenk gebrochen ist?
Ein stabiler Bruch ohne Verschiebung wird meist mit Gips oder einem Spezialschuh (Orthese) behandelt. Bei verschobenen oder instabilen Brüchen wird in der Regel operiert und der Knochen mit Platte und Schrauben fixiert.
In beiden Fällen dürfen Sie den Fuss anfangs oft nur teilweise belasten, das heisst an Stöcken. Wie viel und wie lange, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest. Der Knochen braucht meist rund sechs Wochen, bis er wieder voll belastbar ist. Bis Sie wieder ohne Hinken gehen, joggen oder Sport machen, dauert es häufig mehrere Monate. Mehr zum zeitlichen Ablauf lesen Sie im Artikel Wundheilungsphasen.
Selbsthilfe: Was Sie selbst tun können
Ist das Fussgelenk gebrochen, können Sie mit diesen Massnahmen viel zur Heilung beitragen:
- Hochlagern: Lagern Sie das Bein in den ersten Wochen oft hoch, am besten über Herzhöhe. Das reduziert die Schwellung.
- Zehen und Knie bewegen: Bewegen Sie Zehen, Knie und Hüfte mehrmals täglich. Das hält die Muskulatur aktiv und fördert die Durchblutung.
- Belastung einhalten: Halten Sie sich genau an die erlaubte Belastung. Zu viel zu früh kann die Heilung stören, zu wenig verzögert sie.
- Thromboseschutz: Wenden Sie die von Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt verordnete Thromboseprophylaxe konsequent an.
- Sicher gehen: Entfernen Sie Stolperfallen zu Hause und üben Sie das Treppensteigen an Stöcken zuerst mit Begleitung.
Behandlung in der Physiotherapie
Je nach Behandlung beginnt die Physiotherapie schon in der Gips- oder Orthesenphase oder kurz nach der Operation. Zu Beginn untersuchen wir Gangbild, Beweglichkeit, Schwellung und Kraft. Darauf bauen wir Ihren Therapieplan auf:
- Gehen an Stöcken: Wir üben mit Ihnen das richtige Gehen mit Teilbelastung und das Treppensteigen.
- Schwellung reduzieren: mit manueller Lymphdrainage und gezielten Bewegungsübungen
- Beweglichkeit verbessern: mit manueller Therapie und Mobilisation von Sprunggelenk und Fuss
- Früh aktiv werden: Auf unserem Spezial-Ergometer mit verstellbarer Kurbel können Sie schon früh schonend trainieren.
- Kraft und Gleichgewicht: Wadenkraft, Fussmuskulatur und Gleichgewicht trainieren wir gezielt, zum Beispiel in unserer Functional Training Area. Mit der Kraftmessung vergleichen wir die verletzte mit der gesunden Seite.
- Zurück in den Sport: Bevor Sie wieder joggen oder springen, prüfen wir Ihre Belastbarkeit mit einem Return-to-Sport-Test.
Fussgelenk gebrochen: Wer bezahlt die Physiotherapie?
Für die Physiotherapie brauchen Sie eine ärztliche Verordnung. Ein Misstritt oder Sturz gilt als Unfall. Sind Sie über Ihren Arbeitgeber unfallversichert, übernimmt die Unfallversicherung die verordnete Physiotherapie in der Regel vollständig, ohne Franchise und ohne Selbstbehalt. Wir rechnen direkt mit der Versicherung ab. Alle Details finden Sie auf unserer Seite Physiotherapie nach Unfall in Zürich.
Können Sie die Praxis in den ersten Wochen nicht erreichen, kommen wir in der Umgebung von Wipkingen und Höngg auch zu Ihnen nach Hause: Mobile Physiotherapie.
Häufige Fragen zum gebrochenen Fussgelenk
Wie lange muss ich an Stöcken gehen?
Das hängt von der Art des Bruchs und der Behandlung ab. Häufig sind es einige Wochen. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt legt fest, wann Sie mehr belasten dürfen. Wir helfen Ihnen, die Stöcke dann schrittweise wegzulassen.
Warum hinke ich nach dem Gips noch?
Nach der Ruhigstellung fehlen Beweglichkeit im Sprunggelenk und Kraft in der Wade. Das Gehirn muss das normale Gangbild ausserdem neu lernen. Mit gezieltem Training verschwindet das Hinken meist nach und nach.
Müssen Platte und Schrauben wieder entfernt werden?
Nicht immer. Ob und wann das Metall entfernt wird, entscheidet Ihre Chirurgin oder Ihr Chirurg.
Termin vereinbaren
Ist Ihr Fussgelenk gebrochen und suchen Sie eine Physiotherapie in der Nähe? Wir begleiten Sie von den ersten Schritten an Stöcken an.
Unsere Praxis liegt an der Hönggerstrasse 118 in Zürich-Wipkingen, direkt an der Tramhaltestelle Waidfussweg (Tram 50). Zwei Parkplätze stehen direkt vor der Praxis zur Verfügung. Bringen Sie zum ersten Termin Ihre ärztliche Verordnung und bei einem Unfall die Schadennummer Ihrer Versicherung mit. Rufen Sie uns an unter 044 585 99 49 oder buchen Sie Ihren Termin online.
